1989 habe ich in Leipzig mein Studium der Veterinärmedizin begonnen. Es war das Jahr der Montagsdemos, an denen ich zusammen mit meinem späteren Mann und einigen Studienfreunden regelmäßig teilgenommen habe. Es war eine starke Verunsicherung zu spüren, da niemand wusste, wie gewaltbereit die „staatlichen Organe“ waren. Es war eine Zeit des Aufbruchs, die mich politisiert hat. Ich war studentisches Mitglied der Evaluierungskommission, die über die berufliche Zukunft der Professorinnen und Professoren mitentscheiden durfte. Bei meinen ersten Erfahrungen mit der Demokratie habe ich gelernt, dass man sich einbringen muss, wenn man etwas verändern will.

Mit 25 Jahren bin ich dann in die SPD eingetreten, da diese Partei mit ihrer Tradition und ihrer Politik in der deutschen Geschichte wie keine andere Partei für die Grundwerte Solidarität, Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit steht.

Ich habe dann mit meiner Familie viele Jahre in Belgien gelebt. Nach der Rückkehr nach Sachsen-Anhalt war ich 2015 Mitglied der Grundsatzprogrammkommission, die sich der Aufgabe gestellt hat, für Sachsen-Anhalt wichtige Themen zu bestimmen und sie mit der Basis zu diskutieren. Ich habe damals die Bereiche „Alt werden“ sowie „Mobilität und Verkehr“ bearbeitet, die Schlüsselfunktionen in meinem Hauptthema: „Entwicklung des Ländlichen Raums“ haben. Beruflich habe ich in verschiedenen Bereichen gearbeitet wie Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit und Naturschutz.

Als Geschäftsführerin der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt war ich verantwortlich für die Entwicklung des ländlichen Raums. Dann ergab sich 2019 für mich die Chance als Vizepräsidentin in das Umweltbundesamt nach Dessau zu gehen und dort für die Verankerung mit der Region zu sorgen. Im Umweltbundesamt werden die großen Themen bearbeitet wie die Klimakrise, die Umgestaltung der Landwirtschaft, die Nutzung neuer Energiequellen und -Speichersysteme sowie der Strukturwandel in den Braunkohlerevieren. Derzeit arbeite ich im Bundesumweltministerium, im Bereich Natur- und Umweltschutz in der Landwirtschaft und sehe das große Potential für den ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt. Wir brauchen mehr Vertrauen in die Kompetenz der Kommunalpolitik, eine bessere Finanzausstattung der Kommunen, den Abbau bürokratischer Hürden und mehr Freiräume für innovative, flexible und ortsbezogene Aufgaben- und Problembewältigung.

Im deutschen Bundestag möchte ich dazu beitragen, dass in Berlin für meinen Wahlkreis Börde/ Jerichower Land die richtigen Entscheidungen getroffen werden, die dem ländlichen Raum eine echte Perspektive geben.