Drei Projekte in Halle, eins in Landsberg bei Halle und ein Projekt in Seehausen (Altmark) erhalten Gelder aus dem Förderprogramm „Schriftliches Kulturgut erhalten“ der Bundesregierung. Die Fördermittel werden vom Staatsminister für Kultur und Medien (BKM) gemeinsam mit der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) vergeben. Sachsen-Anhalt erhält insgesamt 22.827,61€.
Dr. Franziska Kersten, SPD-Bundestagsabgeordnete für Sachsen-Anhalt und Mitglied im Kulturausschuss des Bundestages, gratuliert: „Ich freue mich sehr, dass gleich mehrere Projekte in Sachsen-Anhalt von der Bundesförderung profitieren! In schriftlichen Kulturgütern wie alten Handschriften, Urkunden und Büchern steckt unser historisches Gedächtnis. Durch unsachgemäße Lagerung, Verschmutzung, Schimmel oder Säurefraß sind sie aber oft akut gefährdet. Als Bund wollen wir dazu beitragen, dieses schriftliche Kulturgut besser zu schützen und auch für kommende Generationen zu bewahren. Ich danke allen Engagierten, die hier Anträge gestellt haben und sich für den Erhalt unseres Kulturerbes stark machen!“
Einjährige Förderung erhalten in Halle die Franckeschen Stiftungen, die Leopoldina und die Stiftung Händel-Haus. Das Studienzentrum „August Hermann Francke“ der Franckeschen Stiftungen erhält mit 4.000€ einen Bundeszuschuss von 85,11% der Gesamtkosten (4.700€) für die Reinigung und Restaurierung von 107 historischen Plänen der Franckeschen Stiftungen. Die Abteilung Archiv und Bibliothek der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina erhält mit 6.000€ einen Bundeszuschuss von 26,44% der Gesamtkosten (22.695,20€) für die Trockenreinigung von großformatigen Bibliotheksbeständen. Die Stiftung Händel-Haus erhält mit 5.112€ einen Bundeszuschuss in Höhe von 90% der Gesamtkosten (5.680€) für eine Erstausstattung mit Notfallboxen.
Einjährige Förderung erhält auch die Verbandsgemeinde Seehausen (Altmark) für die Trockenreinigung von Magistratsakten aus dem Stadtarchiv der Hansestadt. Hierfür trägt der Bund mit 5.729,85€ 50% der Gesamtkosten in Höhe von 11.459,70€.
Zweijährige Förderung erhält das Museum Doppelkapelle für den präventiven Originalerhalt und die Sicherung erschlossener Bestände des historischen Stadtarchivs Landsberg. Von den Gesamtausgaben in Höhe von 2.206,40 € trägt der Bund 1.985,76 € und fördert das Projekt damit zu 90% (2026 1.670,76 €, 2027 315,00 €).
Die BKM-Förderung „Schriftliches Kulturgut erhalten“ bei der KEK fördert unter anderem Maßnahmen zur Entsäuerung, Reinigung, Restaurierung und Schutzverpackung von Büchern, Urkunden, Akten und weiteren historischen Dokumenten. Damit wird schriftliches Kulturgut dauerhaft gesichert und zugleich eine wichtige Grundlage für dessen Digitalisierung und öffentliche Zugänglichmachung geschaffen.
Seit 2011 finanziert der Bund gemeinsam mit den Ländern die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK). Bis 2025 wurden 510 Modellprojekte mit rund 5,8 Millionen Euro von Bund und Ländern unterstützt. Darüber hinaus wurden mit dem BKM-Sonderprogramm zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts von 2017 bis 2025 insgesamt 734 Projekte mit Bundesmitteln in Höhe von rund 22 Millionen Euro ermöglicht. Für das neue Förderprogramm „Schriftliches Kulturgut erhalten“ wurden die bisherigen Förderlinien – die KEK-Modellprojekte und das BKM-Sonderprogramm – nun in einem modularen System zusammengeführt und erweitert. Dadurch wird der Zugang erleichtert und die Antragstellung deutlich unbürokratischer.
