Die Kulturstiftung des Bundes hat im Rahmen der zweiten Förderrunde ihres Modellprogramms „LOKAL – Programm für Kultur und Engagement“ 21 weitere Kulturorte in kleineren Städten und Gemeinden ausgewählt – darunter drei Projekte aus Sachsen-Anhalt. Auf Empfehlung einer unabhängigen Fachjury entschied der Vorstand der Stiftung; für die zweite Runde stehen insgesamt rund fünf Millionen Euro zur Verfügung. Pro Projekt werden 200.000 bis 240.000 Euro über vier Jahre bereitgestellt. Die drei neuen geförderten Projekte im Überblick:
„Alles Verhandlungssache?“ – heimatBEWEGEN e.V., Ballenstedt: Der von einer Gruppe engagierter Frauen gegründete Verein gestaltet seit 2017 mit Theater- und Medienprojekten sowie Dialogformaten das kulturelle Leben der Kleinstadt im Harzvorland. Mit der LOKAL-Förderung entsteht gemeinsam mit Betrieben und Schulen ein künstlerischer Verhandlungsraum, in dem Perspektiven auf regionale Zukunft und Verantwortung nicht nur diskutiert, sondern ästhetisch erfahrbar werden – von Künstlerresidenzen in Betrieben bis zu partizipativen Projekten im öffentlichen Raum.
„(Un)Verbunden?“ – Kulturrevier Harz e.V., Benneckenstein (Harzgerode): Der Verein veranstaltet seit 2015 das THEATERNATUR Festival auf und um die Weltbühne Benneckenstein im Dreiländereck von Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen. Im LOKAL-Vorhaben erkundet er gemeinsam mit Feuerwehr, Sportverein und Kirchgemeinde, welche Themen die Menschen vor Ort bewegen – und entwickelt daraus Kulturprojekte, die Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen zusammenbringen und der Region nach ihrer Umbruchgeschichte neue Perspektiven eröffnen.
„VorOrt in Dessau – Jugend zählt“ – VorOrt e.V., Dessau-Roßlau: Aus einer studentischen Initiative entstanden, ist das VorOrt-Haus heute ein zentraler Kulturort in der Dessauer Innenstadt, in dem Studierende der Hochschule Anhalt auf die Stadtgesellschaft treffen – mit Keramikwerkstatt, „Küche für Alle“ und einem jährlichen Festival. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Belebung der Innenstadt und richtet den Blick besonders auf junge Menschen in einer der demografisch ältesten Städte Deutschlands.
Dazu Dr. Franziska Kersten, SPD-Bundestagsabgeordnete aus Sachsen-Anhalt: „Ich gratuliere den drei Projekten von Herzen! Diese Förderung ist ein starkes Signal für unsere Kulturschaffenden in Ballenstedt, Benneckenstein und Dessau-Roßlau – und ein Gewinn für unser ganzes Land. Gerade im ländlichen Raum sind Kulturorte oft die letzten Orte, an denen Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Lebenswelten wirklich aufeinandertreffen. Hier werden nicht nur Kunst und Kultur erlebbar, hier entsteht Zusammenhalt, der in Zeiten von Polarisierung und Abwanderung nicht selbstverständlich ist. Ich freue mich sehr, dass Sachsen-Anhalt hier so gut vertreten ist – und wünsche allen Beteiligten viel Erfolg.“
Hintergrund
Das antragsoffene Modellprogramm „LOKAL – Programm für Kultur und Engagement“ fördert bundesweit den Aufbau langfristig angelegter Netzwerke in Städten und Gemeinden unter 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Kulturakteure wie Vereine, soziokulturelle Zentren, Theater oder Bibliotheken gehen dabei neue Partnerschaften etwa mit Sportvereinen, Schulen und Kitas, der freiwilligen Feuerwehr oder ortsansässigen Firmen ein. Insgesamt werden 34 Projekte mit zehn Millionen Euro gefördert. Das Programm wird von 2024 bis 2031 von der Kulturstiftung des Bundes und der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der European Cultural Foundation und der John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie der TU Dresden durchgeführt.
