Wochenrückblick – KW 04/2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Diese Woche brachte für die SPD Sachsen-Anhalt sehr traurige Nachrichten. Rüdiger Erben ist plötzlich verstorben. Über viele Jahre trug er Verantwortung für Sachsen-Anhalt - als Landrat, als Innenstaatssekretär, als Abgeordneter im Landtag und als parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Er war eine bemerkenswerte Person innerhalb der SPD, dessen Arbeit ich immer sehr geschätzt habe. Und es ist schockierend, dass er viel zu früh von uns gegangen ist. Ich bedauere sein plötzliches Ableben sehr und bin in Gedanken bei seinen Nächsten.

(Wirtschaftliche) Stärke in einer angespannten Zeit

Bei solchen Nachrichten möchte man eigentlich kurz innehalten, aber die Weltlage erlaubt uns das nur bedingt. Trumps Anspruch auf Grönland ist ein weiterer Angriff auf die internationale rechtsbasierte Ordnung. Trotzdem ist es wichtig zu betonen: Unsere Hand in Richtung USA wird immer ausgestreckt bleiben. Wir tragen als transatlantische Partner gemeinsam Verantwortung. Dennoch dürfen wir uns von den USA nicht erpressen lassen. Trumps leichtes Einlenken in der Grönland-Frage zeigt: Eine geschlossene und deutliche Antwort Europas wird in den USA gehört. Wir haben kein Interesse an einer Eskalation. Das geht zulasten der der Menschen und der Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks. So kann es aber nicht weitergehen.

In diesem Kontext gibt es aber auch erfreuliche Nachrichten: Der Internationale Währungsfonds hat für Deutschland 2026 ein Wachstumsplus von 1,1 Prozent prognostiziert. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als noch im Oktober. Als einen zentralen Grund nennt der IWF die staatlichen Investitionen. Das zeigt: Unsere Politik wirkt und wir sind auf dem richtigen Weg! Insbesondere die Mittel aus dem Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro stärken das Wachstum, sichern Arbeitsplätze und modernisieren unseren Wirtschaftsstandort.

Auch das neue Förderprogramm für den Kauf von E-Autos ist ein wichtiger Baustein unter vielen, mit denen wir gezielt Nachfrage ankurbeln und Zukunftsmärkte stärken. Ab Mai können Anträge gestellt werden, mit einer Fördersumme von 3.000 bis 6.000 Euro für reine E-Autos und 1.500 und 4.500 Euro für Plug-in-Hybride. Niedrige Netto-Haushaltseinkommen unter 3.000 Euro werden besonders gefördert, sodass sich die Basisförderung um weitere 1.000 Euro erhöht. Damit gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung Verkehrswende und E-Mobilität. Die Förderung wird rückwirkend zum 1. Januar möglich sein. Mir ist dieser Punkt besonders wichtig, weil E-Autos für mich der Weg zu mehr Klimaneutralität auch im ländlichen Raum sind. Wo der Bus oder der Zug nicht gut erreichbar sind, müssen wir ja auch Alternativen haben!

Grüne Woche geht weiter

Nachdem ich bereits vergangene Woche die Möglichkeit hatte, einen ersten Eindruck von der Grünen Woche zu gewinnen, ging das Programm am Montag direkt mit meinem persönlichen Highlight weiter: dem Sachsen-Anhalt-Tag und -Abend! Denn auf der Grünen Woche haben nicht nur verschiedenste Länder der ganzen Welt die Möglichkeit, Einblicke in ihre Küchen und Spezialitäten zu geben. Auch unsere Bundesländer stellen lokale kulinarische Spezialitäten und die Region als solche vor. Dadurch fördern wir den Austausch international, aber vor allem innerhalb Deutschlands.

Ich habe diese Chance auch genutzt, um in der Halle meines Heimatbundeslandes neue regionale Geschäfte und Aussteller kennenzulernen und altbekannte Gesichter wiederzusehen. Neben gefriergetrocknetem Obst aus Halle, Wurst vom heute selten gewordenen Leicoma-Schwein aus der ehemaligen DDR und Wein aus der Saale-Unstrut-Region bietet unsere Halle den Besucherinnen und Besuchern noch einiges mehr. Bessere Werbung als durch die lokale Küche gibt es kaum und auch ich habe das ein und andere probiert.

Aber: So spannend die Vielfalt an Essen auf der Grünen Woche auch ist, für mich liegt der eigentliche Fokus an anderer Stelle. Als agrarpolitische Sprecherin ist Halle 3 für mich der zentrale Dreh- und Angelpunkt der Messe. Hier stellen die meisten Verbände und verschiedenen Vertreter rund um die Ernährungs- und Landwirtschaft aus. Für mich spielt dieser Austausch mit den Stimmen aus der Praxis eine wichtige Rolle. Denn wo sonst kommt eine solche fachliche Bandbreite aus der Branche so zusammen wie auf der Grünen Woche? Vom Deutschen Bauernverband, über das Netzwerk Fokus Tierwohl, dem Bundesverband praktizierender Tierärzte bis zu den Landtechnikfirmen sind alle vertreten. Dementsprechend probiere ich allen die Möglichkeit für einen Austausch zu geben. Auch wenn das in einem vollen Terminkalender von Messebeginn bis -ende resultiert. Dennoch halte ich diese Gelegenheit für unersetzlich. Und bei einigen dieser Gespräche unterstützten mich meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Agrarausschuss auf unserem traditionellen Messerundgang.

Wohnen im ländlichen Raum

Als Vorsitzende des Gesprächskreis „Ländlicher Raum“ war es mir eine besondere Freude an der Podiumsdiskussion „Neue Landlust: Realität oder Narrativ?“ des Bundesbauministeriums teilzunehmen. In der Diskussion mit Fachexperten konnte ich direkt Inputs aus meinem Treffen mit der Landjugend und dem Landfrauenverband vergangene Woche einfließen lassen. Es ist wichtig, dass wir langfristige Konzepte erarbeiten und den ländlichen Raum attraktiver machen. Dabei könnten die Ergebnisse der emirica-Studie „Wohn- und Lebenskonzepte in der Peripherie“ in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen. Wesentliche Instrumente für eine Steigerung der Attraktivität des ländlichen Raumes sind demnach unter anderem eine sichere Verfügbarkeit von Breitband-Internet und Mobilfunknetzen, naturräumliche Qualitäten und geringe Umweltbelastungen und ein besserer Zustand an Infrastruktureinrichtungen, wie bspw. Schulen oder Krankenhäuser. Ich werde die wesentlichen Erkenntnisse mit in meinen Gesprächskreis tragen, damit wir den ländlichen Raum bei der Gesetzgebung immer mitdenken.

Besuch in Haldensleben mit Nancy Faeser und Philipp Morgner

Und wie die Woche begonnen hat, endet sie auch mit einem persönlichen Höhepunkt. Am Freitag war unsere ehemalige Innenministerin Nancy Faeser zu Besuch in Haldensleben! Zusammen mit Philipp Morgner, Schulleiter der „Berufsbildenden Schulen (BbS) Altes Kloster in Haldensleben“ und SPD-Landtagskandidat für Haldensleben, diskutierten wir mit den Schülern der BbS. Die Themen und Fragen der Schülerinnen und Schüler waren vielfältig. Es ging unter anderem um unser Bildungssystem, den Umgang mit Extremismus, aber auch um einzelne Fachthemen, wie zum Beispiel die E-Auto-Förderung. Den Vorschlag eines Schülers fand ich besonders gut: Die Förderung auch für Gebrauchtwagen öffnen, um E-Autos erschwinglicher zu machen. Im Kontext der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und steigender gesellschaftlicher Polarisierung ist es mir wichtig, den politischen Diskurs an Schulen besonders zu fördern. Der Tag heute bestätigt nur, dass junge Menschen politisch interessiert sind und wichtige Ideen für unsere Zukunft mitbringen. Es ist entscheidend, dass wir ihnen zuhören.

Im Anschluss stand Kulturgeschichte auf dem Programm. Der Verein „KULTUR-Landschaft Haldensleben – Hundisburg“ stellte sich und das Schloss vor. Als Verein betreuen die Mitglieder das Schloss Hundisburg und verwalten die kulturelle und bauliche Entwicklung. Der Vorstand präsentierte uns die aktuellen Projekte und künftige Vorhaben, wie die Sanierung der großen Scheune für unter anderem die Sommermusikakademie. Begleitet wurden wir dabei von Haldenslebens Bürgermeister Bernhard Hieber und unserer Co-Kreisverbandsvorsitzenden Alexandra Hansen. Als Mitglied des Ausschusses für Kultur und Medien ist es mir ein wichtiges Anliegen Projekte wie dieses zu unterstützen. Orte wie das Schloss Hundisburg mit seinen Ehrenämtlern leisten einen wichtigen Beitrag, um unsere Geschichte und Kultur zu bewahren und an diese zu erinnern. Deshalb stand bei unserem Treffen vor allem die Frage im Zentrum, wie der Bund diesem und ähnlichen Vereinen am besten helfen kann und wo Probleme bestehen.

Ausblick Samstag

Damit endet die Woche für mich aber noch nicht. In Vorbereitung auf den Wahlkampf nehme ich morgen am Landesparteitag in Burg teil. Die am vergangenen Samstag vom Landesvorstand und Landesparteirat vorgeschlagene Wahlliste für die Landtagswahl 2026 steht zur finalen Abstimmung. Ich wünsche schon jetzt allen Kandidatinnen und Kandidaten viel Erfolg im Wahlkampf, bei dem auch ich natürlich unterstützen werde.

Schnappschuss der Woche:

Selfie von meinem Team aus dem Wahlkreis und dem Bundestagsbüro in der Sachsen-Anhalt Halle auf der Grünen Woche.