Liebe Leserinnen und Leser,
meine Sommertour ist gestartet. Und hat mit einem Besuch der Volkssolidarität Halle mit Landtagskandidatin Christine Fuhrmann begonnen. Der ostdeutsche Sozial- und Wohlfahrtsverband bietet wichtige Leistungen u. a. in der Altenversorgung, Betreuung sozial Benachteiligter sowie von Kindern und Jugendlichen. Dabei baut alles auf dem Engagement von 40.000 Menschen auf, rund die Hälfte davon im Ehrenamt. Die Volkssolidarität ist nach wie vor eine ostdeutsche Institution, die im Westen quasi nicht vorkommt.

Tür-zu-Tür-Wahlkampf in Halle
Im Anschluss war ich mit Landtagskandidat Stephan Scherf im Tür-zu-Tür-Wahlkampf unterwegs. Dabei konnten wir zufällig mit einem Bauunternehmer ausführlicher über die Beschleunigung von Planungsverfahren und die wesentlichen Kostentreiber beim Bauen von Wohnungen sprechen.

Quer durch Staßfurt und Bernburg
Meine Tour führte mich mit einem SPD-Infostand auf den Karlsplatz in Bernburg zusammen mit Landtagskandidatin Caroline Müller und Genossinnen und Genossen aus dem Ortsverein. Für den Wahlkampf hat Caroline extra ihre Arbeitszeit reduziert, damit sie alles geben kann. Sie ist eine junge Kandidierende und sehr engagiert!
Am Stand wollten wir von den Menschen wissen: Was ist euch wichtig? Das Ergebnis der Stempelliste war eindeutig. Mit Abstand vor Bildung, Arbeit und Ehrenamt liegt die Familie. Und auch im direkten Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern hatten wir einige spannende politische Diskussionen.

Danach habe ich mit Landtagskandidat Seluan Al-Chakmakchi und meiner Kollegin Dunja Kreiser (MdB) das Staßfurter Unternehmen QEMETICA Soda besucht. Hier werden seit 130 Jahren Ammoniaksoda und Natron hergestellt – z. B. auch für euer Backpulver! Im Anschluss waren wir für eine Bürgersprechstunde im und vor dem SPD-Büro in Staßfurt.

Abends hatte ich eingeladen zu einer Diskussion über die Rente, zusammen mit meinem Kollegen Jens Peick (MdB), der online zugeschaltet war. Wir haben die Vorschläge für die Rentenreform mit den Gästen in der Kulturstiftung in Bernburg diskutiert. Generell gab es Zustimmung, die Rente mit 63 sollen wir aber (zumindest mit Übergangsfristen) erhalten!

Familienzentrum „Schöpf-Kelle“ in Halle
Zurück nach Halle. Zusammen mit Landtagskandidat Julius Neumann habe ich das Familienzentrum "Schöpf-Kelle" besucht. Hier können Familien und Kinder hier schöpferisch tätig werden, Kontakte finden, Beratung erfahren, essen, Kultur und Kunst genießen. Es ist eine Begegnungsstätte für generationsübergreifende Arbeit, ein Hort und ein Jugendfreizeitbereich.
Erschreckend finde ich, dass das Zentrum regelmäßig im Januar die Arbeit einstellen muss, weil Fördermittel noch nicht bewilligt sind. Sowohl Haupt- als auch Ehrenamtliche dürfen dann in dieser Zeit nicht arbeiten. Dahinter steckt ein versicherungs- und verwaltungstechnisches Problem. Wir müssen darauf achten, dass sowas nicht das Ehrenamt verschreckt! Eine Übergangsfinanzierung durch die Stadt könnte hier Abhilfe schaffen – insbesondere, wenn es ein sich wiederholendes Dilemma ist.

Und auch hier war ich im Anschluss mit Julius Neumann im Tür-zu-Tür-Wahlkampf unterwegs. Besonders in Erinnerung bleiben mir die menschlichen Begegnungen, wie ein Ehepaar, das seit 46 Jahren in seiner Wohnung lebt. Dabei war ihr wichtigstes Anliegen, dass die Einkaufs- und die Begegnungspassage geschlossen sind. Früher war das Südstadt-Center nämlich der wichtigste Ort, um Freunde zu treffen, und trug so maßgeblich zum Lebensgefühl bei! Dieses und auch weitere Gespräche haben mir wieder deutlich gezeigt: Wir alle wollen Verbesserungen im direkten und fühlbaren Umfeld.
Ein weiteres Top-Thema, das sich gut anschließt: Die Umgestaltung von Wohnraum an die Bevölkerung anpassen. Die Silberhöhe ist ein gutes Beispiel dafür. Der Stadtteil hat in den vergangenen 30 Jahren eine starke Entwicklung erlebt. Viele Gebäude und Bewohnerinnen und Bewohner, die einst den Stadtteil prägten, sind heute nicht mehr da. Dafür sind mit dem Stadtteilpark und der Grünen Mitte qualitätvolle Freiflächen entstanden. Das hebt die Lebensqualität für die Anwohner und bringt positive Nebeneffekte, wie eine bessere Abkühlung an den heißen Sommertagen.
Bürgerbriefe
Über die Plattform „abgeordnetenwatch“ können alle Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen öffentlich und transparent an Politiker richten. Im jährlichen Ranking bewertet die Plattform außerdem, wie gut und gewissenhaft Anfragen beantwortet werden. Ich möchte mich für meine Top-Auszeichnung bedanken!
Gleichzeitig möchte ich aber betonen, dass der Großteil meiner Bürgerbriefe klassisch per Mail und Post bei mir ankommt. Allein in den letzten Wochen habe ich über hundert Stück beantwortet und ich bemühe mich weiterhin, allen zu antworten! Ich finde es wichtig, dass Volksvertreter auf alle Anliegen best- und schnellstmöglich antworten. Das ist schließlich auch ein Teil unseres Jobs und schafft Transparenz.
Ausblick
Ich unterbreche am Wochenende meine Sommertour für einen Tag, um an einer agrarpolitischen Fachkonferenz teilzunehmen. Irland hat in der EU gerade den Vorsitz im Rat der Europäischen Union übernommen. Das nehmen sie als Anlass, eine Konferenz mit Mitgliedern aller Agrarausschüsse der EU-Mitgliedsstaaten auszurichten. Thema sind Frauen und Nachwuchskräfte in der Landwirtschaft und natürlich die Europäische Gemeinsame Agrarpolitik, die gerade neu aufgesetzt wird.
Mir ist es wichtig, hier auch etwas “progressivere” Agrarpolitik zu vertreten. Neben mir sind noch zwei Abgeordnete der CDU und der AfD angereist. Als Frau in der Agrarpolitik will ich auch zu Frauen in der Landwirtschaft sprechen. Wir haben hier in Deutschland nämlich ein Problem: Frauen machen nur 11 % der landwirtschaftlichen Führungskräfte aus. In der EU sind es durchschnittlich 32 %. Und auch die Besitzverhältnisse sind unvorteilhaft aufgeteilt: Frauen besitzen rund 10 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche – Männer die anderen 90 %.
Gerade bei einer der größten Fragen in der Landwirtschaft, der nach Fachkräften und Nachwuchskräften, müssen wir Frauen stärker fördern. Bei den Nachwuchskräften unter 35 machen Frauen in der EU nur noch 4,2 % aus. Dafür sind 42 % der Frauen über 65 – bei Männern sind es nur 29 %. Ein Beispiel für die Gründe, die zu dieser Entwicklung beitragen: Bis heute ist es auf einigen Betrieben der Regelfall, dass weibliche Azubis nicht Traktor fahren dürfen. Dagegen musste ich schon während meiner eigenen Ausbildung ankämpfen – vor rund über 40 Jahren!
Deshalb ist es mir eine Herzensangelegenheit, für eine strukturelle Verbesserung zu kämpfen und echte Gleichberechtigung zu schaffen. Für mich ist es das erste Mal auf so einer Veranstaltung, die die verschiedenen europäischen Vertreter und politischen Organe miteinander vernetzt. Ich freue mich auf den Austausch und die gemeinsame Arbeit!
Interview Agrarzeitung
Damit aber nicht genug zur Landwirtschaft: Ich konnte mit der Agrarzeitung ein ausführliches Interview führen und ein Resümee zu einem Jahr deutscher Agrarpolitik ziehen. Es hat wirklich Spaß gemacht und ich konnte eine große Bandbreite der aktuell und auch der zukünftig wichtigsten Themen darstellen.
Schnappschuss der Woche:
Ein kleiner Einblick zwischen unseren Tür-zu-Tür-Besuchen.

