Wochenrückblick – KW 44/2026

Liebe Leserinnen und Leser,

der Weg zum Erfolg beginnt vor der Haustür: auf dem heimischen Fußballplatz, in der Turnhalle um die Ecke, auf der Leichtathletikanlage oder im Lehrschwimmbecken. Deshalb bedarf es einer baulich gut ausgestatteten, modernen, nachhaltigen und barrierefreien Sportinfrastruktur. Leider spricht die Realität in vielen Kommunen eine andere Sprache. Geschlossene Schwimmbäder, bröckelnder Putz und undichte Dächer an Gebäuden, defekte Sanitäranlagen und schlechter Belag auf der Laufbahn. Viele Sportstätten weisen einen hohen Sanierungs- und Modernisierungsbedarf auf und erfüllen nicht mehr die Anforderungen an eine moderne und zukunftsfähige soziale Infrastruktur.

Mit dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ unterstützen wir die Kommunen beim Abbau dieser Missstände. Ich freue mich sehr, dass der Bundeshaushalt 2026 insgesamt 583 Millionen Euro für dieses Programm aus dem Sondervermögen bereitstellt. Bereits im Frühjahr wurde ein Projektaufruf mit einem Programmvolumen von 250 Millionen Euro ausschließlich für die Sanierung von Schwimmbädern veröffentlicht. Hier hatte das ehrenamtlich getragene Freibad Langenweddingen in der Börde rund 1,2 Millionen Euro erhalten.

Bis zum 1. Februar 2027 haben Städte und Gemeinden sowie Landkreise, wenn sie Eigentümer der Einrichtung sind, die Möglichkeit, Projektskizzen für geeignete Sportstätten digital beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung einzureichen.

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Förderung für Sachsen-Anhalt

Und dass sich die Teilnahme an Förderaufrufen lohnt, sieht man in unserer Region nicht nur im Sportbereich: Im Bundesprogramm LOKAL werden in Ballenstedt, Benneckenstein (Harzgerode) und Dessau-Roßlau drei Projekte für Kultur und Engagement gefördert. Pro Projekt werden 200.000 bis 240.000 Euro über vier Jahre bereitgestellt.

Diese Förderung ist ein starkes Signal für unsere Kulturschaffenden in Sachsen-Anhalt – und ein Gewinn für unser ganzes Land. Gerade im ländlichen Raum sind Kulturorte oft die letzten Orte, an denen Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Lebenswelten wirklich aufeinandertreffen. Hier werden nicht nur Kunst und Kultur erlebbar, hier entsteht Zusammenhalt, der in Zeiten von Polarisierung und Abwanderung nicht selbstverständlich ist.

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Denkmalschutzpreis für die Altmark

Kultur muss geschützt werden, soviel ist klar. Und um besonderes Engagement in diesem Bereich zu würdigen, gibt es den Deutschen Preis für Denkmalschutz. Der wurde dieses Jahr in Schwerin verliehen. Der Preis ist auf diesem Gebiet die höchste Auszeichnung in unserem Land. Als Mitglied des Kulturausschusses gehöre ich seit dieser Legislaturperiode zum Nationalkomitee für Denkmalschutz, dass den Preis vergibt. Unter allen Preisträgern habe ich mich besonders über die Auszeichnung des Vereins „Junge Archäologen der Altmark“ gefreut. Hier haben sich Jung und Alt der Bodendenkmalpflege verschrieben. So schützt und pflegt der Verein beispielsweise die rund 5.000 Jahre alten Hünengräber aus der Jungsteinzeit, die über den ganzen Altmarkt verteilt sind. Meinen herzlichen Glückwunsch!

Fischereitag

Ein weiteres besonderes Kulturgut und ein Teil unserer Heimat ist die Fischerei. Aber so wie wir eine verlässliche Fischerei brauchen, braucht die Fischerei wiederum verlässliche Rahmenbedingungen. Deshalb war ich als agrarpolitische Sprecherin beim deutschen Fischereitag in Wilhelmshaven.

Im Vordergrund stand die Transformation der Branche: Investitionen in nachhaltige Fangmethoden, neue, sauberere Antriebe und natürlich die Fangquoten in Nord- und Ostsee. Die zeigen nämlich Wirkung! Der westliche Heringsbestand erholt sich langsam und darf weiterhin nur passiv mit Reusen oder Stellfallen gefangen werden. Vor diesem Hintergrund hat sich Deutschland erfolgreich in den schwierigen Verhandlungen für die kleine Küstenfischerei eingesetzt. Diese Balance zwischen Naturschutz und Nutzung ist nicht einfach. Deshalb ist es mir wichtig, möglichst offen in den Dialog mit Umweltschützern und der Fischerei zu treten, um den besten Weg zwischen beiden zu finden.

Diese Gratwanderung hat auch der jetzige Ministerpräsident und frühere Umweltminister Niedersachsens Olaf Lies in seiner Rede aufgegriffen. Er fordert mehr Zuversicht, bei einer klaren Benennung der Herausforderungen. Und bekam dafür regen Zuspruch. Während des Fischereitags habe ich dann noch die Chance genutzt, mit ihm über die Zukunft der deutschen Fischerei sprechen.

Erster Erfolg beim Elterngeld

Zurzeit werden Reformen beim Elterngeld diskutiert und wir konnten einen ersten Erfolg als SPD erzielen! Statt einer Kürzung des Basiselterngelds auf 12 Monate, wird es bei den üblichen 14 Monaten bleiben. Dazu kommt eine kleine Erhöhung der Mindest- und Höchstbeträge. Konkret bedeutet das einen Anstieg von 300 auf 330 Euro bzw. von 1.800 auf 1.900 Euro.

Der neue Entwurf sieht außerdem einen Wechsel vom 2+10+2-Modell auf ein 4+6+4-Modell vor. Dabei sind vier Monate für jeden Elternteil reserviert, sechs weitere Monate können frei aufgeteilt werden. Bei gut der Hälfte aller Paare, nimmt aber momentan der Vater überhaupt keine Elterngeldmonate in Anspruch.

Die neue Regelung sieht allerdings vor, dass bei Familien, in denen der Vater weiterhin kein Elterngeld bezieht, Mütter nur noch zehn Monate Basiselterngeld in Anspruch nehmen können. Die Einsparungen im Haushalt resultieren also de facto daraus, dass Frauen in Familien ohne Väterbeteiligung weniger Elterngeldmonate beziehen können. Ich empfinde das als sehr unfair und werde mich für Verbesserungen bei der Reform einsetzen!

Als SPD-Fraktion fordern wir weiterhin die Einführung einer Familienstartzeit, also die bezahlte Freistellung von Vätern nach der Geburt für vier Wochen (analog zum Mutterschutz). Finanziert würde das über das bewährte System der U2-Umlage. Der Bundeshaushalt würde dadurch um keinen Cent belastet.

Ausblick

Morgen ist Reformationstag. Das möchte ich zum Anlass nehmen und auf den Ursprung des Tages hinweisen: Martin Luther und seine 95 Thesen, die er an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg nagelte. Damit leitete er die Reformation der Kirche ein und ein Überdenken der damaligen Praxis.

Diesen Kern möchte ich gerne beibehalten: Nur weil etwas gelebter Alltag ist, ist das nicht in Stein gemeißelt. Nur wenn wir immer wieder Dinge überdenken, können wir Fehler finden und besser werden. Das gilt auch für unser Handeln in der Politik. Die letzten Wochen habe ich deshalb zur Reflexion genutzt. Ich habe mir verschiedene Strategien angesehen, mit vielen verschiedenen Menschen gesprochen und bin für mich zu einem Schluss gekommen: Wir müssen in den direkten Dialog treten und Politik besser erklären.

Wie das gut gelingt, sieht man am aktuellsten Beispiel von Schwerin: Mandy Pfeifer hat hier einen tollen Wahlkampf absolviert und das Direktmandat gewonnen! In den letzten Tagen vor der Wahl hat sie Postkarten gedruckt und verteilt. Auf denen waren die konkreten Veränderungen für die Bürgerinnen und Bürger bei einer Umsetzung des SPD-Wahlprogramms beschrieben. Ein niedrigschwelliges Angebot, das am Ende den entscheidenden Unterschied gemacht hat. Auch wenn soziale Medien mittlerweile einer der wichtigsten Informationswege sind, sollten wir unsere Ziele und die Verbesserungen auch ganz klassisch und ohne Aufwand für den Empfänger verteilen müssen.

Schnappschuss der Woche:

Wie nachhaltige Fischkutter zukünftig funktionieren könnten, habe ich mir mit einer VR-Brille genauer angesehen.